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Lungenkrebszentrum Bonn/Rhein-Sieg

Aktuell: Faktencheck Lungenkrebs zum Weltkrebstag

Der Weltkrebstag am 4. Februar informiert über Prävention und Behandlungsmöglichkeiten von Krebserkrankungen. Dies nehmen die Experten des Lungenkrebszentrums Bonn/Rhein-Sieg zum Anlass für einen „Faktencheck“: Ist Lungenkrebs heilbar? Ist wirklich immer das Rauchen die Ursache? Und wie aggressiv ist die Erkrankung wirklich? Vier „Fakten“ auf dem Prüfstand.

04.02.2017

Lungenkrebs ist nicht heilbar.
Falsch. Wie bei fast allen Krebsarten gilt: Je früher die Tumorerkrankung erkannt wird, desto besser stehen die Chancen für eine Heilung. Lungenkrebs verursacht in den frühen Stadien häufig keine Beschwerden und es gibt keine routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen – anders als beispielsweise bei Darm-, Haut- oder Prostatakrebs. Daher ist eine Früherkennung häufig schwierig. Eine ärztliche Abklärung von Beschwerden wie Husten oder aber von Symptomen, die nicht direkt mit der Lunge in Verbindung gebracht werden können, zum Beispiel dauerhafte Müdigkeit oder Gewichtsverlust, ist immer ratsam.
Aber selbst in späteren Stadien können Menschen mit Lungenkrebs heute viele Therapieoptionen angeboten werden; Krankheitsbilder, die früher als inoperabel galten, können heute mit modernen Operationstechniken erfolgreich behandelt werden.

Von Lungenkrebs sind Männer viel häufiger betroffen als Frauen.
Stimmt. Männer erkranken etwa doppelt so häufig an Lungenkrebs wie Frauen – aber: Der Trend sieht anders aus. In den letzten Jahren ist der Anteil der neu erkrankten Frauen stetig gestiegen. Experten sehen einen Grund für diese Entwicklung darin, dass Frauen vor etwa 30 bis 40 Jahren häufiger mit dem Rauchen anfingen.

Lungenkrebs wird fast immer durch Rauchen verursacht.
Stimmt. Vier von fünf Todesfällen auf Grund von Lungenkrebs sind auf Nikotinkonsum zurückzuführen. Damit ist das Rauchen der größte Risikofaktor für die Erkrankung an Lungenkrebs. Für Zigarren und Pfeifen gilt dies übrigens auch – das Risiko für eine Lungenkrebserkrankung ist hier nur minimal geringer als bei Zigarettenkonsum. Und auch das Passivrauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit an einer Lungenkrebserkrankung zu erkranken!
Die übrigen Ursachen für die Entstehung von Tumoren in der Lunge können Schadstoffe, die meist an bestimmten Arbeitsplätzen eingeatmet wurden, Umwelteinflüsse, entzündliche Krankheiten wie Tuberkulose oder genetische Faktoren, sind im Vergleich eher selten Auslöser der Tumorerkrankung.

Lungenkrebs ist eine der aggressivsten Krebsarten.
Falsch. Lungenkrebs wird – auf Grund fehlender oder schlecht zu deutender Beschwerden – meist erst relativ spät erkannt, so dass die Therapie später einsetzt als bei Krankheiten, die durch geregelte Vorsorgeuntersuchungen in frühen Stadien entdeckt werden. Grundsätzlich wird zwischen kleinzelligen und nichtkleinzelligen Lungentumoren unterschieden. Kleinzellige Tumore in der Lunge wachsen schneller als viele andere Tumorarten und bilden häufig Metastasen in anderen Körperregionen. Daher hat Lungenkrebs das „Image“ einer besonders aggressiven Tumorerkrankung. Kleinzellige Tumore liegen allerdings nur in etwa 20 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen vor. Mit modernen Operationsverfahren und Therapiekonzepten sind die Tumore auch bei fortgeschrittenem Wachstum häufig erfolgreich zu entfernen.  Zudem ist mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten der Erhalt oder die Wiederherstellung der Lebensqualität bei einer Lungenkrebserkrankung erfolgreicher als dies beispielsweise vor 20 Jahren der Fall war.


Quellen:
Deutsche Krebsgesellschaft, Onko Internetportal, Basis-Informationen Krebs, www.krebsgesellschaft.de 

Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut: Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland,www.krebsdaten.de/krebsbericht

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