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Lungenkrebszentrum Bonn/Rhein-Sieg

Vorgestellt: Dr. Abdel Hakim Bayarassou
Mission: exakte Diagnostik für bestmögliche Therapieplanung

Dr. Abdel Hakim Bayarassou leitet eine der beiden pneumologischen Kliniken des Lungenkrebszentrums Bonn/Rhein-Sieg. Seine Aufgabe: mit präziser Diagnostik die Grundlage für eine individuelle Therapieplanung schaffen. Warum er dies mit Herzblut tut und wie er Patienten nach der Diagnose Lungenkrebs hilft, der Krankheit die Stirn zu bieten…

23.05.2017
  • Funktion im Lungenkrebszentrum Bonn/Rhein-Sieg: Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Kardiologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin am Malteser Krankenhaus
  • Facharzt für: Innere Medizin, Pneumologie, Schlafmedizin
  • Schwerpunkte: Diagnostik von Lungenkrebs, Beatmungsmedizin
  • Alter: 44

Das Lungenkrebszentrum Bonn/Rhein-Sieg bietet seinen Patienten eine Behandlung "aus einer Hand" - von der Diagnose bis zur Nachsorge. Welchen Part übernehmen Sie in dieser Behandlungskette?
Unsere Leistungen stehen sozusagen ganz am Anfang: Wir untersuchen, ob eine Krebserkrankung vorliegt und - wenn  diese bestätigt ist - bestimmen die Ausdehnung  und somit  das Stadium des Tumors. Damit liefern wir die Grundlage für alle weiteren Therapieentscheidungen. Die möglichst genaue Klassifikation des Tumors ist die Basis für die individuelle Therapie, die unsere Thoraxchirurgen, Onkologen und weiteren Spezialisten durchführen.

Sie gehen also dem Tumor auf den Grund - mit welchen Methoden?
Das hängt davon ab, mit welchem Vorbefund ein Mensch zu uns kommt. Häufig sind wir bei dem Verdacht auf Lungenkrebs die erste Anlaufstelle. Dann gehören ein ausführliches Gespräch, bildegebende Verfahren wie die Computertomografie sowie die Bronchoskopie, also eine Spiegelung der Lunge, zu den diagnostischen Möglichkeiten. Steht bereits fest, dass eine Tumorerkrankung vorliegt, ist es unsere Aufgabe, herauszufinden, wie weit diese bereits fortgeschritten ist.  Dazu bestimmen wir Größe und Lage des Tumors, untersuchen, welche Lymphknoten betroffen sind und prüfen, ob der Tumor Metastasen gebildet hat. Dabei setzen wir neben den genannten Verfahren auch Punktionen, also kleine Gewebeentnahmen und den Ultraschall der Lunge "von innen" ein. Bei dem endobronchialen Ultraschall (EBUS) können wir beispielsweise sehr gut sehen, in welchem Areal Gewebe verändert ist, um dort gezielt Proben zu entnehmen. All diese Ergebnisse fließen schließlich in die Therapieempfehlung ein, die wir gemeinsam mit den anderen Spezialisten des Zentrums erarbeiten.

Inwiefern spielen individuelle Faktoren wie das Alter oder der Allgemeinzustand dabei eine Rolle?
Jeder Patient ist für uns in allererster Linie ein individueller Mensch. Vorerkrankungen, der Allgemeinzustand und natürlich auch das Alter sind wichtige Faktoren bei der Therapieplanung. Und selbstverständlich auch die Frage nach den Wünschen des Patienten - ist jemand relativ jung und insgesamt "fit", kann eine Therapie, die eventuell Nebenwirkungen mit sich bringt, die richtige sein, wenn sie Heilung möglich macht. Einem sehr geschwächten  Menschen mit vielen Vorerkrankungen würden wir unter Umständen eher eine palliative, also eine lindernde Therapie empfehlen, bei der die Symptome der Erkrankung so lange und gut wie möglich begrenzt werden. Es gibt dabei kein "Schema F" - der einzelne Mensch, den wir so gut wie möglich medizinisch und persönlich kennen zu lernen versuchen, ist der Ausgangspunkt aller Überlegungen für die weitere Therapie.

Worauf legen Sie bei der Behandlung von Menschen mit Lungenkrebs besonders großen Wert?
Auf der einen Seite ist die präzise Diagnostik die Maxime unserer Arbeit - auf der anderen Seite lege ich persönlich großen Wert darauf, den ganzen Mensch möglichst gut kennen zu lernen, um im weiteren Verlauf eine Therapie zu planen, die auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wir lernen die Patienten meist ganz am Beginn ihres Weges kennen. Unsere Aufgabe ist dabei nicht nur mit einer exakten Diagnostik die Grundlage für die Therapie zu schaffen, sondern auch die Haltung zu der Erkrankung zu prägen. Die Diagnose "Lungenkrebs" setzt das bisherige Leben außer Kraft - ich verstehe es als unsere Aufgabe, in dieser Situation "da zu sein", zu motivieren und dem Patienten dabei zu helfen, der Krankheit die Stirn zu bieten.


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