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Lungenkrebszentrum Bonn/Rhein-Sieg

Experten aus London und Bonn kooperieren im OP-Saal

Chirurgen aus dem Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg und dem University College London entwickeln gemeinsam hochmoderne Operationsmethoden weiter

18.12.2017
Zu Gast im Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg: Dr. Marco Scarci (3 v.r.) aus dem Londoner University College. PD Dr. Joachim Schmidt (2.v.l.) und sein Team kooperieren eng mit den britischen Kollegen

Besucher im OP-Saal sind eher selten - bei Dr. Marco Scarci macht PD Dr. Joachim Schmidt, Chefarzt der Thoraxchirurgie im Bonner Malteser Krankenhaus und Leiter des Lungenkrebszentrums Bonn/Rhein-Sieg, gern eine Ausnahme. Sein Fachkollege vom Londoner University College und er pflegen einen regen Austausch und arbeiten gemeinsam mit ihren Teams an der Weiterentwicklung innovativer Operationsmethoden in der Lungenchirurgie. Konkret sind dies Lungenkrebsoperationen über nur einen einzigen kleinen OP-Zugang (Uniportal-Operationen) und Operationen an der Lunge ohne Vollnarkose. Beide Verfahren kommen nur an wenigen spezialisierten Zentren in Europa zum Einsatz. Hier gehören das University College in London und das Bonner Malteser Krankenhaus zu den Vorreitern. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Experten-Teams sorgt für die weitere Optimierung dieser neuen Techniken und ihrer wissenschaftlichen Aufbereitung. Bei gegenseitigen Hospitationen gehören daher auch gemeinsame Operationen zum Programm.

Innovation zum Patientenwohl
Die länderübergreifende Zusammenarbeit hat einen ganz konkreten Nutzen - vor allem für betroffene Patienten. Scarci und Schmidt operieren mit ihren Teams vor allem Patienten, die an Lungenkrebs erkrankt sind und sorgen dafür, dass sie schonender therapiert werden. "Sowohl die minimalinvasive Uniport-Technik als auch die Lungenoperationen ohne maschinelle Beatmung sind wirkliche Meilensteile in der Thoraxchirurgie", erklärt Chefarzt PD Dr. Joachim Schmidt. "Mit diesen schonenden  Verfahren können wir vielen Menschen helfen, nach der Operation schneller wieder ‚auf die Beine zu kommen'. Das Trauma ist deutlich geringer als bei einer herkömmlichen OP, bei der der Brustkorb vollständig eröffnet wird. Und mit den so genannten ‚Wach-OPs' ermöglichen wir Menschen eine Therapie, die unter Vollnarkose vielleicht gar nicht möglich gewesen wäre." Durch eine lokale Betäubung und eine Sedierung, wie sie beispielsweise bei einer Magenspiegelung eingesetzt wird, empfinde der Patient während der Operation keine Schmerzen, so Schmidt weiter.

Fachaustausch in Wissenschaft und Praxis zwischen Rhein und Themse
"Da nur wenige Experten weltweit mit diesen Methoden arbeiten, ist der fachliche Austausch untereinander umso wichtiger", sagt Dr. Benedetta Bedetti, die in London mit Dr. Marco Scarci zusammengearbeitet hat und nun Oberärztin im Team von Dr. Joachim Schmidt am Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg ist. So arbeiten die beiden Teams an Rhein und Themse eng zusammen, wenn es beispielsweise um die wissenschaftliche Aufbereitung der neuen Methoden geht. "In der europäischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie arbeiten wir gemeinsam an einer verlässlichen Datenbasis, die unserer Erfolge auch wissenschaftlich belegen. Eine spezialisierte Klinik allein kann dies nicht leisten, deshalb legen die britischen Kollegen und wir viel Wert auf  die enge Zusammenarbeit", so die Fachärztin für Thoraxchirurgie. "Zudem möchten wir die Methoden noch weiter optimieren", ergänzt Chefarzt PD Dr. Joachim Schmidt. "Die bisherigen Erfolge durch die Operationen ohne Beatmung sowie die minimalinvasiven Operationen an der Lunge zeigen, dass beide Verfahren sehr sicher und deutlich schonender sind. Wir glauben, dass wir zukünftig noch weiteres Potential zum Wohle unserer Patienten gemeinsam mit den Kollegen entwickeln werden."

Weitere Informationen gibt es unter www.malteser-krankenhaus-bonn.de oder www.lungenkrebszentum.com oder in der Klinik für Thoraxchirurgie am Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg unter 0228 6481-297.

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